18.11.2016: Erzählcafé "Deine Heimat, meine Heimat"

Viel wird über "die Flüchtlinge" gesprochen. Da ist es doch an der Zeit, auch mal von ihnen zu hören und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Im Erzählcafé, organisiert von der VHS Unterland in Abstatt und dem AK Asyl Abstatt, berichteten Rami, Yousef und Tony, drei junge Männer aus Syrien, von ihrem Verständnis von Heimat, von ihrem Ankommen in Deutschland und von ihren Träumen. VHS-Direktorin Frau Huth führte in das Thema Heimat ein und Frau Pester vom Arbeitskreis Asyl las ergänzend aus literarischen Texten zum Thema Heimat.

"Heimat ist ein Gefühl"
Viele Gemeinsamkeiten gab es zu entdecken, besonders bei der Frage, was Heimat bedeute. Der 21-jährige Rami sagte, für ihn sei Heimat mehr ein Gefühl als ein Ort. Genauso empfinden viele der über 20 Zuhörer/innen. Gerüche, Geräusche, Rituale, aber auch die Landschaft, und ganz wichtig natürlich die Familie und die Freunde, all das macht Heimat aus. Rami lebt seit rund 1 1/2 Jahren hier mit seiner Frau, sie haben eine 2 Monate alte Tochter und hoffen, sich hier bald noch heimischer zu fühlen.

Aber auch Unterschiede wurden beschrieben: In Deutschland dauere es sehr lange, bis man einen engen Kontakt zu Nachbarn entwickelt oder Freunde findet. In Syrien kenne und grüße man eigentlich jeden und komme sehr schnell in Kontakt. Hier sei das so viel schwieriger.  
Bestätigung bekamen sie von Zugezogenen, die aus anderen Bundesländern hierhergekommen sind und sich auch zunächst fremd in Abstatt gefühlt haben. "Wenn man aber Freunde gefunden hat, sind es wirklich Freunde fürs Leben, die immer für einen da sind!", sagte eine der Teilnehmerinnen, "ihr müsst nur Geduld haben."

Träume
Gefragt nach den Träumen antwortete Rami, dass er das B2-Niveau erreichen und dann eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen möchte. "Ich habe hier so viel Unterstützung bekommen, besonders vom AK Asyl, jetzt möchte ich etwas davon zurückgeben, an alte Menschen, die auch Hilfe brauchen." Yousef wird studieren, er hat bereits eine Zulassung der DHBW. Auch Tony aus Homs hofft, hier studieren zu können. Noch wartet er auf sein zweites Interview beim BAMF und die Anerkennung. Alle drei möchten einfach in Frieden und Freiheit leben können.

Deutsch vs. Schwäbisch
Die Deutschkenntnisse der drei Syrer sind verblüffend gut, sie haben unter anderem an der VHS fleißig gelernt und üben bei jeder Gelegenheit. Ob sie denn auch das Schwäbische verstehen, wollte eine Zuhörerin wissen? "A bissle", antwortet Yousef und lacht. Am Ende war es ein heiterer und zugleich nachdenklich stimmender Abend.

 
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